Die Sirenen hinter den Kulissen

Die Sirenen hinter den Kulissen

Von unseren Lesern wurden Isabella und ich immer wieder gefragt: „Wie kamt ihr auf die Idee …?“

Manche dieser Fragen waren für uns sehr spanend, da wir durch sie noch einmal aus einem anderen Blickwinkel auf unseren Schaffensprozess geblickt haben. Ein paar der häufigsten Fragen möchten wir euch hier beantworten.

Wie kamen wir auf die Idee …

  • … etwas über die Sirenen aus der griechischen Mythologie zu schreiben?
  • … die Geschichte am Bodensee spielen zu lassen?
  • … gerade diesem Edelstein – dem Larimar – eine zentrale Rolle zu geben?

Die Sirenen der griechischen Mythologie

Woran denkt ihr bei dem Wort Sirene? Okay vielleicht erst einmal an ein Martinshorn. 😉 Aber wenn es um Fantasy geht, dann wohl eher doch nicht.

Viele verbinden mit den Begriff Sirene eine Meerjungfrau. Meist sitzt sie auf einem wellenumspülten Felsen, wiegt ihren Fischschwanz, kämmt sich das lange Haar und lockt mit ihrem Gesang Seemänner ins Verderben.

Der Grieche Odysseus hatte von seiner Irrfahrt allerdings etwas anderes zu berichten. Die griechische Mythologie beschreibt die Sirenen als Vögel mit Menschenköpfen, erst später wurden ihnen Fischschwänze angedichtet und das etablierte sich zu dem heute weit verbreiteten Klischee.

Mit diesem Klischee zu brechen und zu den Wurzeln der Mythologie zurückzukehren, dazu hatten Isabella und ich große Lust. Außerdem stellte ich mir die Frage, wie es wohl um die bisher sehr vernachlässigten, männlichen Sirenen bestellt ist. 😉

„Unsere“ Sirenen haben also keinen Fischschwanz, sondern Federn. Und Musik ist ihre absolute Leidenschaft. Deshalb haben wir auch eine Menge Songs in die Geschichte verwoben und insgeheim hat jedes Kapitel seinen eigenen Soundtrack.

Und spätestens jetzt wisst ihr auch, warum ich auf manchen Bildern diesen feschen Federschmuck trage.

Regionale Fantasy am Bodensee

Zugegeben, im frühen Stadium unserer Überlegungen spielte die Geschichte in Meeresnähe, genauer gesagt in Hamburg. Doch wir einigten uns schnell darauf, dass wir lieber über einen Schauplatz schreiben, der uns wesentlich bekannter und näher ist, als die Elbmetropole.

Die Bodenseeregion ist so etwas wie meine Herzensheimat. Ich habe in Konstanz studiert, insgesamt 6 Jahre am Bodensee gelebt und einige der schönsten Jahre meines Lebens dort verbracht. Auch die anderen Städte wie Meersburg, Überlingen, Lindau und Bregenz sind mir in dieser Zeit sehr ans Herz gewachsen und finden ihren Platz im Roman.

Die Leidenschaft für die Region und die Kenntnisse einer „Einheimischen“ sind denke ich an vielen Stellen in der Geschichte spürbar.

Zentraler Handlungsort von „Sirenenbann und Seegesang“ ist Konstanz mit seinen vielen verwunschenen Gassen und schmucken Häusern, die den 2. Weltkrieg gänzlich unbeschadet überstanden haben. Auf dem Cover des Romans ist der Leuchtturm an der Hafeneinfahrt von Konstanz zu sehen – eines der Wahrzeichen der Stadt. Jedoch bitte nicht verwechseln mit dem Leuchtturm und Löwen von Lindau. (Google spuckt davon oft falsche Ergebnisse aus.) Auch in Lindau spielen einige wichtige Szenen des Romans und die Stadt ist die Heimat von Irinas Großeltern.

Einen kleinen Verweis in Richtung Hamburg haben wir dann übrigens doch noch in der Geschichte versteckt. Na, wer findet ihn?

Mystische Edelsteine

Die Leidenschaft für Edelsteine und alles was glitzert habe ich ziemlich sicher von meiner Mutter geerbt. Sie faszinieren aber auch die gesamte Menscheit schon seit Ewigkeiten. Um viele Steine ranken sich daher sehr interessante Mythen und Legenden. Sowohl der Protagonist Ethan, als auch sein Gegenspieler Alexej haben ein ziemliches Faible für diese Legenden.

Der Larimar

Der Larimar wurde erst 1974 an der Küste der Dominikanischen Republik entdeckt. Er wird nur dort gefunden und ist entsprechend selten. 

In verschiedenen Farbtönen von zartem Blau, Türkis und Cremeweiß erinnert sein Muster an das sonnenbeschienene karibische Meer. Deshalb bezeichnet man den Larimar auch als Delfinstein oder Atlantisstein und schreibt ihm die heilende Kraft von Delfinen und die Weisheit der mystischen Stadt Atlantis zu. Es heißt er könne Körper und Seele in Einklang bringen und den Schleier zwischen unserer Welt und dem Reich der Geister öffnen. Ein mächtiger und kostbarer Stein also, der in “Sirenenbann und Seegesang” eine entscheidende Rolle spielt. 

Den Larimar auf dem Cover gibt es wirklich und ich trage ihn gerne auf Lesungen oder Fotoshootings im Zusammenhang mit „Sirenenbann und Seegesang“.

Seine späte Entdeckung war übrigens perfekt für unseren Weltenbau. Nicht auszudenken, wenn dieser mächtige Stein bereits Odysseus und seinen Kameraden zur Verfügung gestanden hätte …

Perlen

Kaum jemand, der sie nicht kennt, die weißen Juwelen aus Perlmutt mit dem ganz eigenen Glanz. Schon in der prähistorischen Zeit waren die Menschen von ihnen fasziniert. 

Sie stehen für Reinheit und Weisheit, aber auch für Reichtum und Glück. Nicht umsonst halten die weisen und segenspendenden Drachen der asiatischen Mythologie oft eine große Perle in ihren Klauen. 

Da Perlen aus Kalk bestehen, kann man sie z.B. in Essig auflösen, was früher zur Herrstellung von allerlei Heilmitteln genutzt wurde. Auch Kleopatra soll bei einem prunkvollen Bankett für ihren Liebhaber in Essig aufgelöste Perlen kredenzt haben. 

Da zwischen den Perlmuttkristallen Wasser eingelagert ist, vertragen Perlen weder Hitze noch direktes Sonnenlicht – dies lässt sie altern. 

Seit jeher werden Perlen auch mit Tränen in Verbindung gebracht und sollen dabei helfen, Verlorenes und Vergangenes loszulassen. In manchen Geschichten werden die Tränen von Göttinen oder Meerjungfrauen zu Perlen, die dann als kostbares Geschenk gefunden werden. Kein Wunder also, dass Ethan ein besonderes Faible für diese Juwelen hat. 

Der Kaschmir-Saphir

Saphire sind ohnehin schon faszinierende Steine. Die Saphire aus Kaschmir gehen aber nochmal eine Stufe weiter. Ihr Blau ist nicht mit dem anderer Saphire vergleichbar und erinnert an die Farbe von Kornblumen. Ich lasse hier einfach mal unseren Juwelen-Experten Alexej zu Wort kommen, der sonst eher selten offene Begeisterung zeigt:

„Diese Saphirart findet man nur in der Provinz Kaschmir, weit oben im Himalaya. Ein großer Teil der Reise zu den Fundorten führt über schmale Bergpfade, die nur für Menschen und kleine Packtiere geeignet sind. Kein Helikopter kann in diese Höhen aufsteigen. Dies alles hat dafür gesorgt, dass die Bergbaumethoden primitiv blieben. Neue Vorkommen zu erschließen käme einem Abenteuer gleich, das Indiana Jones zur Ehre gereicht.

Der besonders weiche Glanz der Saphire und die Intensität des leicht ins violett verschobenen Blaus rührt von ganz besonderen Einschlüssen her. Die Steine leuchten, als würden sie das Licht festhalten. Es heißt sie seien Blutstropfen eines Hindu-Gottes und könnten einer verlorenen Seele den Weg zu ihrem Körper leuchten. Man hat wohl schon des öfteren Versucht, mit ihrer Hilfe Tote wieder zu erwecken.“

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